Manfred Habl und das PAF-Halter-Projekt
Versuch einer Beschreibung Stand 28.Juni. 2007
Ich komme mir im Moment vor wie jemand der ein Segelschiff gebaut hat, auf das Meer gefahren ist und nach dem ersten Sturm feststellt, dass er keine Ahnung von Navigation hat.
Die ersten Eindrücke als ich mit meiner Mustermappe hausieren ging waren durchaus positiv. Die Gesprächspartner waren bereit mir zuzuhören und ließen sich im Einzelfall auch fotografieren. Ich kann nicht mehr durch Pfaffenhofen gehen oder fahren ohne dass mir ständig Leute oder Ideen über den Weg laufen die als Protagonisten oder Erweiterungen des Projektes winken.
Für die verstorbenen Originale ist es schwer Bildmaterial zu bekommen das auch für die gedruckte Version tauglich ist, das Urheberrecht winkt. Bei den Lebenden muss ich aus dem Selben Grund eine Einverständniserklärung unterschreiben lassen und das bremst.
Die Syntax der einzelnen Post Einträge (z.B. http://paf-platz-halter.blogspot.com/2007/05/adolf-weikert.html) kann ich meinem alten Herrn auf den Grabstein meißeln, sie hat für eine unüberschaubare Zukunft Gültigkeit. Nach einer Gesetzesvorlage der EU sollen alle Internetanbieter von Speicherplatz ihre Datenbestände alle 17 Monate in einem zentralen Speicher hinterlegen, das heißt alle PAF-Halter Daten wären mit dabei.
Die Idee eines virtuellen Friedhofes mit Videos, Lieblingsmusik und letzten Grüssen drängt sich auf. In Holland soll es schon Bildschirme in den Grabsteinen geben.
Auf jeden Fall zeichnet sich eine Neue Form von Gemeinschaft ab, alle Beteiligten werden zu einem Teil eines Gesamtkunstwerkes, das als lebende Skulptur in der Wirklichkeit Gestalt annehmen wird. Das zentrale Kunstwerk ist ein riesiger Stuhl aus verzinktem Stahlgitter gefüllt mit Jurastein umringt von lebenden Menschen auf ihren Stühlen. Für die Memoriams wird dazwischen ein spezieller Pappstuhl mit ihrem Seitenausdruck darauf sein.
Wer nicht vergessen wird der lebt.
Manfred Habl